Bergsporttraining
Allgemeine Trainingsgrundsätze
- Bestes Training wäre die Ausübung der jeweiligen Sportart selbst,
da bei "Trockenübungen" die verschiedenen Muskeln meist nicht
im optimalen Verhältnis zueinander trainiert werden. Jedoch wird
die maximal mögliche Leistungssteigerung durch Vorbereitungstraining
festgelegt, wodurch in jedem Fall eine schnellere und bessere
Anpassung erfolgt.
- Zu geringe Trainingsbelastungen (z.B. Spazierengehen) sind nutzlos,
da zur Leistungssteigerung ein gewisser Schwellenwert überschritten
werden muß. Faustregel: Mindestens 10 Min. lang mit einem Puls
über 130 trainieren ("trimming 130"), bei Ausdauertraining mindestens
zweimal pro Woche sowie Krafttraining mit mehr als 20-30 % der
Maximalleistung, da sonst kein Trainingseffekt erfolgt.
- Zu hohe Trainingsreize sowie zu seltene und kurze Pausen ohne
vollständige Erholung können zum schädlichen Übertraining mit
Leistungsabfall führen. Deshalb richtiges Verhältnis zwischen
Belastung und Erholung wählen! Zeichen von Grenzbelastung: Schnelle,
kurze und unregelmäßige Atmung, Stechen in der Brust, Kopfschmerzen,
Taumeln, Erbrechen.
- Bester Trainingseffekt bei hoher Intensität (60-100 % der
möglichen Maximalleistung) und Häufigkeit (mehrmals pro Woche),
wobei die Belastungsdauer dann nicht sehr lang sein muß. Obwohl
die größte Trainingswirkung beim Herangehen an die Leistungsgrenze
erzielt wird, sollte man jedoch im Gebirge aus Sicherheitsgründen
möglichst darunter bleiben.
- Vor dem eigentlichen Training immer gut aufwärmen (z.B. durch
Einlaufen oder Gymnastik), vor allem zur Herabsetzung der Verletzungsgefahr,
da bei wenig durchbluteten und kalten Muskeln eine schlechtere
Koordination resultiert.
- Nach einer Belastung nicht abrupt aufhören, sondern einige
Minuten etwa mit halber Leistung auslaufen. Dies dient zum Abtransport
der Stoffwechselschlacken aus der Muskulatur mit Hilfe einer
verstärkten Durchblutung und Muskelselbstmassage, was etwa dreimal
besser wirkt als passive Massage!
- Altersgemäß, individuell und abwechslungsreich (auch andere
Sportarten) trainieren. Ebenso gezielt, regelmäßig und über
einen längeren Zeitraum hinweg, da ein gutes Leistungsniveau
nur sehr langfristig erworben werden kann und ohne Training
auch bald wieder absinkt. Nach erfolgter Leistungssteigerung
sind für ein optimales Training höhere Belastungen als vorher
nötig.
- Bei älteren, völlig Untrainierten empfiehlt sich vor Aufnahme
eines Trainings ein Arztbesuch. Trainieren in einer Gruppe macht
nicht nur mehr Spaß, sondern gibt auch einen größeren Ansporn.
- Techniktraining sollte zeitlich vor Kraftübungen und diese
vor einem Ausdauertraining durchgeführt werden, da es durch
vorherige Ermüdung zu Konzentrations- und Koordinationsschwächen
mit Verletzungsgefahr kommen kann.
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Trainingsformen nach Bergdisziplinen