Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.

Bergsteigen mit Herz- oder Lungenerkrankungen

Vor der Abreise:

Erreichen eines stabilen Zustandes, Optimale medikamentöse Therapie

Während der Reise

Langsame Akklimatisation, Information über Notfallmaßnahmen (medikamentös, Sauerstoff, Rückflug, ev. Sauerstoff mitführen.

Was muß man bei Vorerkrankungen beachten:

Chronische Bronchitis ohne Obstruktion (Verengung der Bronchien)

Höhengrenzen: keine

spezifische Therapie: Sekretolytika, antiinflammatorische Substanzen (z. B. inhalative Steroide), frühzeitige Antibiose (?)

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung / Emphysem

Höhengrenzen: je nach Ruhe- / Belastungs-BGA und Obstruktion

Spezifische Therapie: Sekretolytika, orale und inhalative antiobstruktive Therapie, Theophyllin, spezielle Atemtechnik (Auto-PEEP), eventuell Sauerstoff Regelmäßiges Monitoring (Peak-flow)

Asthma bronchiale

Höhengrenzen: je nach Obstruktion, meist BESSERUNG durch Höhenexposition

Spezifische Therapie: Sekretolytika, orale und inhalative antiobstruktive Therapie, Theophyllin, Reduktion der Medikation nicht von Peak-Flow-Messung (Werte nehmen höhenabhängig zu) abhängig machen

Interstitielle Lungenerkrankungen

Höhengrenzen: bei meßbarer Diffusionseinschränkung Vorsicht ! Belastungsblutgase !

Spezifische Therapie: Sauerstoffgabe, ev. orale Steroide

Obstruktive Schlafapnoe

Höhengrenzen: maximale Schlafhöhe 4000 m ?

Spezifische Therapie: in leichten bis mässig schweren Graden Theophyllingabe (800 mg/Tag), enorale Prothesen kaum wirksam, in schweren Fällen Mitführen eines nCPAP-Gerätes

Koronare Herzerkrankungen
  • Gefährdung durch vermindertes Sauerstoffangebot
  • erhöhten Sauerstoffbedarf
  • veränderte Vasomotorik

Konsequenz:

  • Ischämie schon bei geringerer Belastung
  • Ischämie bei geringerer Herzarbeit

Kein erhöhtes Risiko für mittlere Höhen bei symptomfreier, durchschnittlicher Leistungsfähigkeit und ausreichender Leistungsreserve
Fragliches Risiko bei Höhen ab 4000 Hm
Höhen über 4000 m bei asymptomatischen Koronarpatienten und hoher Leistungsfähigkeit möglich Asymptomatische Personen mit positiven Risikofaktoren haben kein erhöhtes Risiko

Arterieller Bluthochdruck

Blutdruck-Anstieg durch Erhöhung des peripheren Widerstandes
Blutdruck-Senkung durch Ausdauersport
Empfehlung (nach Bärtsch): stabil eingestellte Hypertonie höhentauglich, bei Zielorganschädigung bestimmt diese das Risiko

Zum Schluß noch eine tibetische Weisheit:

During winter one can indulge in intercourse twice or thrice daily, since sperm increases in winter. In the autumn and spring there must be an interval of two days, and during the summer an interval of 15 days. Excessive intercourse affects the five sense organs.

Rinpoche, R. (1973) Tibetan Medicine, Wellcome Institute of the History of Medicine, London, pp. 54-5

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