INFORMATIONEN
- Einführung und Theorie
- Bergsporttraining
- Trainingsaufbau/-methoden
- Allg. Trainingsgrundsätze
- Trainingsformen bei Bergwandern, Klettern und Skitouren
- Kletter-Leistungstests
- Ernährung beim Bergsteigen
- Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße
- Vitamine
- Ernährung vor längeren Belastungen
- Ernährung bei Dauerleistungen
- Flüssigkeits/Mineralienersatz
- Extreme Höhe und Kälte - additive Gefahren
- Akklimatisation
- Bergsteigen mit Herz- und Lungenerkrankungen
- Krankheiten
- Erschöpfung
- Verdauungsprobleme
- Zerrungen und Brüche
- Hitzschlag und Unterkühlung
- Höhenkrankheit
- Höhenhirnödem
- Höhenlungenödem
- Höhenödeme
- Netzhautblutungen
- Sonstige Schäden
- Erste-Hilfe-Set
- Rucksackapotheke
- Erste-Hilfe-Maßnahmen für Bergsteiger
- Weiterführende Literatur
Extreme Höhe und Kälte - additive Gefahren
Hormonelle Reaktion
Reaktion auf Kälte
Akute Kälteexposition für bei nicht Kälte adaptierten Bergsteigern zur Erhöhung der 17 Ketosteroide und des Noradrenalins. Bei adaptierten Bergsteigern wird dies nicht mehr beobachtet.
Dagegen ist die Adrenalin Ausschüttung bei allen Bergsteigern deutlich erhöht.
Der Schilddrüsenstoffwechsel ist nicht gesteigert, wie bei manchen Säugetieren.
Reaktion auf Hypoxie
Auch bei akuter Höhenexposition tritt eine sympatikotone Sofortreaktion auf, die erst nach 4-6 Tagen mit fortschreitender Akklimatisation allmählich abklingt. In dieser Notaggregat Phase ist der Sauerstoffbedarf vorübergehend zusätzlich erhöht. Starke Belastungen müssen daher unbedingt vermieden werden.
Kälte und Hypoxie wirken auch hier additiv.
Verdauungstrakt
Reaktion auf Kälte
Kälte verzögert deutlich die Magenentleerung und Darmperistaltik. Auch die Magensäure- und Pankreassekretion sind vermindert.
Dyspepsie und Malabsorbtion sind die Folge
Reaktion auf Hypoxie
Bergsteiger können nur bis ca.5500m ihre Kalorienbilanz ausgeglichen halten. Darüber tritt eine zunehmende Gewichtsabnahme bei Eiweißkatabolismus auf, auch bei adäquater Nahrungszufuhr, die hier meist zusätzlich beeinträchtigt ist.
Dyspepsie und Motilitätsstörungen können zusätzlich die Atmung stark behindern durch unphysiologische subdiaphragmale Gasansammlungen mit Expansion beim Höhersteigen (P x V konstant).
Ziel dieser zusammenfassenden und vergleichenden Darstellung war es die additiven Gefahren von Hypoxie und Kälte in vielen überlebenswichtigen Organfunktionen darzustellen. Eine Risikobegrenzung ist nur möglich durch:
- Optimale Zeit- und Routenplanung
- Ungestörte Akklimatisation
- Gipfelaufbruch erst nach Ruhetagen im Basislager mit aufgefüllten Flüssigkeits- u.Energiedepots
- Richtiges taktisches Verhalten und Mut zur Umkehr

BExMed | Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.