INFORMATIONEN
- Bergsporttraining
- Trainingsaufbau und -methoden
- Allgemeine Trainingsgrundsätze
- Trainingsformen bei Bergwandern, Klettern und Skitouren
- Kletter-Leistungstests
- Ernährung beim Bergsteigen
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- Ernährung vor längeren Belastungen
- Ernährung bei Dauerleistungen
- Flüssigkeits-/Mineralienersatz
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- Bergsteigen mit Herz- und Lungenerkrankungen
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- Rucksackapotheke
- Erste-Hilfe-Maßnahmen für Bergsteiger
- Krankheiten
- Erschöpfung
- Verdauungsprobleme
- Zerrungen und Brüche
- Hitzschlag und Unterkühlung
- Höhenkrankheit
- Höhenhirnödem
- Höhenlungenödem
- Höhenödeme
- Netzhautblutungen
- Weiterführende Literatur
Erste Hilfe Maßnahmen für Bergsteiger
Die folgende Kurzfassung für Laien kann und soll kein ausführliches Buch oder gar einen Erste-Hilfe-Kurs ersetzen. Sie ist vielmehr im Anschluß an eine entsprechende Ausbildung als Gedächtnisstütze für den Notfall vorgesehen und sollte deshalb immer im Rucksack mitgeführt werden. (+ bedeutet Erste Hilfe Maßnahme)
Allgemeines
Alpines Notsignal
Zeichen geben mit Flagge, Lichtsignal, Geräusch o.ä. 6 mal pro Minute (d.h. 10 Sekunden Abstände), dann eine Minute Pause und wieder von vorne anfangen. Antwortzeichen: 3 mal pro Minute (d.h. alle 20 Sekunden), dazwischen wieder jeweils eine Minute Unterbrechung.
Alarmierung
Ruhe bewahren! Genaue Angaben: Wer? Wo? Was? Wann? Wieviele? usw.
Hubschrauberrettung: Schnellster und schonendster Abtransport bei ernsten Verletzungen, aber bei schlechtem Wetter nicht möglich. Geeigneter Landeplatz: Möglichst große freie Fläche mit fester Unterlage und hindernisfreier An- und Abflugzone oder zumindest Geländevorsprung für Windenbergung. Einweisung mit dem Rücken zum Wind.
International gebräuchliche Signale:
- Beide Arme nach oben: Yes = ja, bitte helfen, hier landen.
- Ein Arm nach oben, ein Arm nach unten: No = nein, keine Hilfe, nicht landen.
Reihenfolge der Maßnahmen im Notfall
- Hilfe rufen!
- Bergung aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich (z.B. Steinschlag- oder Lawinenrisiko)
- lebensrettende Sofortmaßnahmen (bei Kreislaufstillstand, Bewußtlosigkeit oder Schock)
- richtige Lagerung und erweiterte Hilfe, Beurteilung bzw. Wiederherstellung der Transportfähigkeit
- Weitere Maßnahmen: z.B. Abtransport mit Beobachtung der lebenswichtigen Funktionen
Lagerungen
Schädelverletzungen: Rückenlage mit erhöhtem Kopf
Atemnot, Brustkorbverletzungen und Hitzschlag: Rückenlage halbsitzend mit aufgestützten Ellenbogen
Bauchverletzungen und -schmerzen: Rückenlage mit Knierolle und Kopfpolster.
Wirbelsäulenverletzungen, Beckenbruch und Herzdruckmassage (ABC): Rückenlage auf harter Unterlage.
Bewußtlosigkeit, Erbrechen, stärkere Blutung aus Mund und Nase, Gesichtsverletzungen: Stabile Seitenlage
Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Bewußtlosigkeit
Erstickungsgefahr durch Fremdkörper, Erbrochenes oder Zunge
+ Freimachen der Atemwege mit Fingern und Taschentuch, Überstrecken des Kopfes zum Freihalten der Atemwege, stabile Seitenlagerung, keine Flüssigkeitszufuhr.
Atem- bzw. Herz-Kreislaufstillstand
Eng voneinander abhängig. Zeichen: Fehlen von Pulsen (an der Halsschlagader fühlbar), bzw. der Atmung (keine Atemgeräusche bzw. Brustkorbbewegungen im Vergleich zum Bauch), beidseits weite, reaktionslose Pupillen.
ABC der Wiederbelebung
Atemwege: freimachen
Beatmung: Mund zu Mund oder Mund zu Nase mit überstrecktem
Kopf 5 mal zu Beginn schnell, Kontrolle: Gleichmäßiges Heben und Senken
des Brustkorbes
Circulation: Bei fehlenden Pulsen Circulation in Gang bringen
durch äußere Herzdruckmassage: Rückenlagerung auf harter Unterlage,
mit durchgestreckten Armen und übereinandergelegten Handballen auf
dem unteren Drittel des Brustbeins kurze kräftige Stöße in senkrechter
Richtung mit einer Frequenz von 60-100 pro Minute durchführen. Bei
Kindern: Verminderte Druckkraft mit einer Hand
Unabhängig, ob Einhelfer- oder Zweihelfermethode: Verhältnis von Herzdruckmassage zu Beatmung 30:2
Die Thoraxkompression (Herzmassage) ist wichtiger als die Beatmung.
Erfolgskontrolle: Pupillenreaktion, rosige Hautfarbe, tastbare Pulse, Eigenatmung
Wegen Verletzungsmöglichkeit geeignete Schulung an Übungspuppe empfehlenswert.
Schock
Mißverhältnis zwischen Blutangebot und -bedarf der lebenswichtigen Organe durch großen Blutverlust oder fehlgesteuerte Blutverteilung: z. B. bei Blutungen, starkem Schmerz, Herzinfarkt, Verbrennung, Kälteschädigung, Allergie oder großer psychischer Belastung. Zeichen: Blasse, feuchtkalte Haut, schwacher, kaum tastbarer, schneller Puls (über 100 pro min.), und flache, beschleunigte Atmung, evtl. Lufthunger. Ungewöhnliches Verhalten: Erst unruhig, dann benommen.
+ Blutstillung, Schocklagerung: Beine hochlagern (ca. 30 Grad), z. B. auf Rucksack oder hangaufwärts, bei schwerem Schock Taschenmesserposition: Beine annähernd senkrecht halten. Evtl. Selbsttransfusion: d.h. hochgehobene Beine und Arme von der Peripherie her zum Herzen hin ausstreichen und elastisch einbinden. Schmerzbekämpfung, Wärmeerhaltung und Zuspruch.
Blutungen
+ Hochlagern des betreffenden Körperteils. Bei Schlagaderblutungen (hellrotes, rhythmisch spritzendes Blut): Zunächst Abdrücken der Schlagader zwischen Wunde und Herz am jeweiligen Druckpunkt (Oberarm, Leistenbeuge, Schlüsselbein), notfalls Finger direkt in Wunde. Danach Druckverband: Ungeöffnetes Verbandpäckchen o.ä. als Druckpolster über keimfreien Wundverband legen und festwickeln, evtl. mehrfach übereinander, genügt fast immer. Abbinden: Nur wenn sonst kein Erfolg, da Gefahr der Gewebsschädigung. Breite Auflage (aber keine Schnur!) am Oberarm oder Oberschenkel herzwärts der Wunde, maximal 1,5 Stunden, dann (nach vorherigem Druckverband) wieder für einige Minuten öffnen. Unbedingt Zeitpunkt notieren!
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BExMed | Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.