INFORMATIONEN
- Einführung und Theorie
- Bergsporttraining
- Trainingsaufbau/-methoden
- Allg. Trainingsgrundsätze
- Trainingsformen bei Bergwandern, Klettern und Skitouren
- Kletter-Leistungstests
- Ernährung beim Bergsteigen
- Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße
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- Ernährung vor längeren Belastungen
- Ernährung bei Dauerleistungen
- Flüssigkeits/Mineralienersatz
- Extreme Höhe und Kälte - additive Gefahren
- Akklimatisation
- Bergsteigen mit Herz- und Lungenerkrankungen
- Krankheiten
- Erschöpfung
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- Höhenhirnödem
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- Höhenödeme
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- Weiterführende Literatur
Verdauungsprobleme und Durchfälle in fremden Ländern
Verdauungsprobleme und Durchfälle in fremden Ländern werden meist durch Kostumstellung hervorgerufen, weniger durch Infektionen. Da sie den Genuss und die Leistungsfähigkeit beim Reisen und Höhenbergsteigen entscheidend und nachhaltig herabsetzen können, sind prophylaktische Maßnahmen umso wichtiger. Zur Vorbeugung gehören: Routinemäßige Wasserdesinfektion, kein ungeschältes Obst, rohes Gemüse bzw. keine Salate essen oder ungekochte Milch trinken sowie Vorsicht vor fetten Speisen, da oft altes Fett verwendet wird. Eventuell kann man Enzym- und Entblähungstabletten einnehmen. Man sollte aber insgesamt lieber weniger essen. Als erste Behandlungsmaßnahme bei Durchfällen empfiehlt sich eine strikte Nahrungspause bis zur Beschwerdefreiheit, wobei jedoch ein (erhöhter) Ersatz von Flüssigkeits- und Mineralsalzen notwendig ist, z.B. mit schwarzem Tee oder Elektrolytgetränken. Falls dies nicht ausreicht, sollte man unterwegs relativ bald entsprechende Medikamente einnehmen, um einen starken und sehr konditionsvermindernden Durchfall zu stoppen. Der Proviant sollte am Berg möglichst kohlenhydratreich sein (z.B. Brot, Müsli, Reis, Mehlprodukten, Obst und Zucker), außerdem schmackhaft, abwechslungsreich, nicht zu stark gewürzt und leicht verdaulich. Fette erzeugen zwar die doppelte Energie, hätten daher den besten Wirkungsgrad, benötigen aber mehr Sauerstoff zur Verbrennung. Fette sind daher in größerer Höhe unökonomischer sowie schwer verdaulich und deshalb beim Höhenbergsteigen weniger empfehlenswert als Kohlenhydrate. Da man am Berg mit vollen Energiedepots leistungsfähiger wird und die Glykogenverbrennung für die körperliche Leistung in der Höhe am ökonomischsten ist, hat eine erhöhte Kohlenhydratzufuhr (60 - 80 % der Gesamtkalorienmenge) einen vorbereitenden positiven Effekt vor längeren Belastungen. Bei hohen Ausdauerleistungen über mehrere Tage müssen Kohlenhydrate auch in der Ruhezeit vermehrt zugeführt werden, da sonst diese Energiereserven nicht mehr ergänzt werden können. Das gleiche gilt auch zur Vorbeugung der höhenbedingten Gewichtsabnahme beim Expeditionsbergsteigen. Der Darm kann max. 6.000 kcal pro Tag aufnehmen, der Verbrauch beim Höhenbergsteigen aber bis 10.000 kcal steigen, d.h. es erfolgt ein Abbau der Körpersubstanz. Die Kalorienbilanz wird dadurch negativ, zumal oft ein "Vergessen" von Essen und Trinken durch große Anspannungen hinzukommt, da Hunger und Durst psychisch beeinflussbar sind. In diesem Fall ist die Zusammensetzung der Nahrung nicht mehr so entscheidend, Hauptsache es erfolgt genügend Kalorienaufnahme nach Eigengeschmack (evtl. auch "auf Vorrat essen"). Wurst und Speck als hochwertige Kalorienträger sind v.a. bei extremen mehrtägigen Unternehmungen aus Gewichtsgründen sinnvoll, auch wenn sie in der Höhe schlechter vertragen werden. Multivitamintabletten sind bei stark erhöhter körperlicher Aktivität und verminderter Frischverpflegung, z.B. bei überwiegender Konserven- und Trockennahrung oder während langer Expeditionen, sinnvoll. Vitamin C (Ascorbinsäure) steigert die Widerstandskraft gegen Infektionen und soll ebenso wie Vitamin E einen positiven Effekt in der Höhe haben. Allgemein ist der Appetit in der Höhe ein gutes Leistungs- und Akklimatisationsbarometer!
Diese werden meist durch Kostumstellung hervorgerufen, weniger durch Infektionen. Sie können den Genuss und die Leistungsfähigkeit beim Reisen und Höhenbergsteigen entscheidend und nachhaltig herabsetzen, deshalb sind prophylaktische Maßnahmen umso wichtiger. Vorbeugung: Routinemäßige Wasserdesinfektion, kein ungeschältes Obst und Gemüse bzw. Salate essen, keine ungekochte Milch trinken und Vorsicht vor fetten Speisen (oft wird altes Fett verwendet). Evtl. Einnahme von Enzym- und Entblähungstabletten, insgesamt lieber weniger essen. Als erste Behandlungsmaßnahme bei Durchfällen empfiehlt sich eine strikte Nahrungspause bis zur Beschwerdefreiheit, wobei jedoch ein (erhöhter) Ersatz von Flüssigkeits- und Mineralsalzen sehr wichtig ist, z.B. mit schwarzem Tee oder Elektrolytgetränken. Nur falls dies nicht ausreicht, sollte man entsprechende Medikamente einnehmen, um einen starken (und sehr konditionsvermindernden) Durchfall zu stoppen.

BExMed | Deutsche Gesellschaft für Berg- und Expeditionsmedizin e.V.