Akklimatisation

„climb high - sleep low“

  • Nicht zu schnell zu hoch steigen
  • keine anaeroben Anstrengung in der Anpassungsphase
  • möglichst tiefe Schlafhöhe
  • täglicher Schlafhöhengewinn 300 - 500 m
  • alle 1000 m ein zusätzlicher Ruhetag

„dont go too high too fast“

  • Möglichst keine Aufstiegshilfen benutzen
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Reduktion Thromboserisiko, Erfrierung)
  • Kohlenhydratreiche Nahrung

„dont go up until symptoms go down“

  • Achte auf Frühzeichen der akuten Höhenkrankheit

Zeichen erfolgter Akklimatisation

  • Trainingsgemäße Ausdauerleistung
  • Ruhepuls wieder auf Vorwert gesunken
  • Vertiefte Atmung in Ruhe und Belastung
  • nächtliche periodische Atmung
  • ausreichende Höhendiurese

Die fünf goldenen Regeln der Akklimatisation

  • Jeder kann höhenkrank werden, aber niemand muß daran sterben
  • Jede Gesundheitsstörung ist im Zweifel höhenbedingt
  • Nur symptomfrei höher steigen
  • Bei Verschlechterung sofortiger Abstieg
  • Höhenkranke niemals alleine lassen

Probleme bei der Höhenanpassung

Sie werden hervorgerufen durch die Doppelbelastung von körperlicher Tätigkeit mit mehr Sauerstoffbedarf und großer Höhe mit weniger Sauerstoffangebot. Höhenbeschwerden treten in der Adaptationsphase während der ersten Tage fast bei jedem Bergsteiger auf. Dazu zählen leichte Kopfschmerzen, Schlaf- und Appetitstörungen sowie Atemlosigkeit bei Belastungen, die jedoch alle normalerweise nach wenigen Tagen verschwinden. Die Dauer der Höhenadaptation ist individuell verschieden und abhängig von der Aufstiegsgeschwindigkeit, der absoluten Höhe, dem überwundenen Höhenunterschied und eventuellen Erkrankungen des einzelnen wie Atemwegsinfekte oder Durchfall. Die Probleme sind natürlich umso geringer, je länger die Akklimatisationszeit ist. Bei älteren Personen scheint sich auch ein guter Trainingszustand positiv auszuwirken. Ansonsten ist eine gute Kondition kein Schutz vor Höhenproblemen, sondern verleitet gerade Jüngere und Höhenunerfahrene dazu, zu schnell aufzusteigen. Migränepatienten leiden häufiger und stärker unter der akuten Höhenkrankheit. Zusammenhänge mit der Größe der Gruppe, dem Rucksackgewicht, Rauch- oder Ernährungsgewohnheiten oder der Einnahme der Antibaby-Pille bestehen nicht. Insbesonders Jüngere unter 20 Jahren und Ältere über 50 Jahren scheinen Höhenprobleme zu bekommen, während im Alter zwischen 40 und 50 Jahren die geringsten Schwierigkeiten auftreten. Besonders wichtig sind frühere höhenbedingte Störungen als Hinweis auf eine erneute Gefährdung. Als kritisch für Höhenanpassungsschwierigkeiten gelten vor allem Trekkingtouren bzw. ein gemeinsamer Anmarsch zum Basislager, da hier meist viele, unterschiedlich reagierende Personen sich an die gleiche Aufstiegsgeschwindigkeit halten müssen und gerade in Höhen zwischen 3000 - 6000 m die meisten Probleme auftreten. In der Höhe haben Bergsteiger nachts oft eine unregelmäßige Atmung mit längeren Pausen. Weiterhin treten gelegentlich Weichteil-Ödeme, d.h. Schwellungen durch Wasseransammlungen im Gewebe auf, meist im Augen- oder Gesichtsbereich oder an Händen bzw. Füßen. Auch kann es über 5000 m zu kleinen Netzhautblutungen des Auges kommen. Falls keine weiteren Höhensymptome bestehen, bilden sich diese Veränderungen in allen drei Fällen normalerweise von alleine zurück. In Verbindung mit anderen Beschwerden können sie jedoch auch ein erster Warnhinweis für eine Höhenerkrankung sein.

»»» Bergsteigen mit Herz- oder Lungenerkrankungen